Life Update: Über Verletzlichkeit in der Onlinewelt und die Achterbahnfahrt namens Leben

Ich weiß gar nicht wie viele Texte ich meinen Entwürfen schlummern. Wie viele Stunden ich an ihnen geschrieben habe, ohne es je geschafft zu haben, auf den „Veröffentlichen“ Button zu klicken. Zu groß ist die Angst, sich angreifbar zu machen, zu viel Persönliches zu teilen oder anzuecken. Dabei ist das Schreiben eine große Leidenschaft von mir, die ich seit Jahren mehr ausleben – und ja, auch mit euch teilen möchte.

Die Gratwanderung ist in der Social-Media und Bloggerwelt ohnehin sehr schmal. Während es Blogger gibt, die auf ihrem Blog oder auch auf Instagram Stories alles aus ihrem Alltag teilen, bin ich eher zurückhaltend und darauf bedacht, bloß nicht zu viel von meinem Leben zu teilen und einen gewissen Schein zu wahren. Doch irgendwann ist einfach der Punkt erreicht, wo das nicht mehr geht. Ich möchte euch nicht das perfekte Leben vorspielen, denn mein Leben ist alles andere als das und das ist auch völlig ok, denn ein perfektes Leben gibt es nicht. 

Picture Perfect Instagram

Auf Instagram sieht man die schönsten Inszenierungen, Jet-Set Leben, Gucci Taschen, Strand, Meer und die schönsten Destinationen, die man sich erträumen kann. Auch ich war in den letzten Monaten viel unterwegs und habe meinen Instagram Feed mit Strandbildern, Bikini Shots und Sommeroutfits bespielt – das süße Leben eben! Doch so süß wie es aussieht, ist es nicht und ich mag mich jetzt vielleicht weit aus dem Fenster lehnen (oder auch nicht), wenn ich sage: jedes Leben hat hin und wieder einen bitteren Beigeschmack, auch wenn man es auf den perfekt inszenierten Bildern nur sehr schwer erahnen kann.

Keine Angst, dass ist jetzt nicht der 100. Artikel, der für mehr Realität auf Instagram schreit. Nein, ganz und gar nicht. Für mich ist Instagram immer noch ein Ort, an dem ästhetische Bilder geteilt werden. Mit Inspiration hat das meiste für mich schon lange nichts mehr zutun, denn wer braucht schon das nächste Bild vor dem Eiffelturm mit weißem Off-Shoulder-Kleid, blonden Locken und Ladureé Macarons?

Versteht mich nicht falsch. Ich gehöre auch zu dieser Welt und verdiene damit meinen Lebensunterhalt und mein Feed beinhaltet auch vieler solcher Bilder, die schön anzusehen sind, vielleicht viele Likes bekommen, aber im Endeffekt nicht viel aussagen. Traurig, aber so läuft Instagram leider – Tiefe Gedanken sind hier nicht unbedingt fehl am Platz, werden allerdings kaum beachtet oder gar gelesen. Aber das müssen sie auch nicht unbedingt, wie ich finde. Denn dafür habe ich ja diese Plattform hier, meinen Blog, auf dem ich in Zukunft noch viel mehr meiner Gedanken teilen möchte. 

Eine Achterbahnfahrt namens Leben

Das vergangene Jahr war eine Achterbahn für uns und es sind Dinge geschehen, die ich mir nicht mal in meinen schlimmsten Albträumen hätte vorstellen können. Es fühlte sich an, als würde man laut schreien, ohne das ein Ton zu hören ist. Als würde man in einer Menschenmasse stehen, ohne gesehen oder gehört zu werden. Und trotz all diesem Schmerz, drehte die Welt sich einfach weiter, was für mich einfach unfassbar war. Und so verdreht und verrückt diese Welt ist, waren es ausgerechnet diese schrecklichen Ereignisse, die mich ein Stück näher zu mir selber gebracht haben, die mir gezeigt haben wer ich wirklich bin und die mir beigebracht haben, was im Leben wichtig ist. 

Ich habe viel gelernt, viel gelesen, viel nachgedacht und mich auf eine Reise in mein Innerstes begeben. Diese Reise tritt jeder von uns in seinem Leben an – manche früher und manche später. Diese Reise findet bis zum Ende unseres Lebens statt und genau deswegen ist es so wahnsinnig wichtig, sie bewusst zu beginnen. Ich habe so viele andere Seiten an mir entdeckt und lerne mich jeden Tag besser kennen. Das Glück im Unglück ist nämlich, dass wir in den schwierigsten Zeiten entdecken, wie stark wir eigentlich sind. 

Das Offline- und das Online-Ich

Doch so eine Veränderung ist nicht immer leicht in Worte zu fassen und auch jetzt fällt es mir noch schwer, alles auf einen Punkt zu bringen. Es ist hier in den letzten Wochen etwas ruhiger gewesen, da ich mich nicht mehr zu 100% mit dem hier identifizieren kann. Denn mein Online-Ich und mein Offline-Ich haben momentan wenige Gemeinsamkeiten – und das will ich ändern. Doch wie schon erwähnt, ist es in der Onlinewelt gar nicht so einfach, Gefühle und Gedanken offenzulegen, mit denen man sich verletzlich macht. Im Moment versuche ich einen Weg zu finden, wie ich diese beiden Welten besser verbinden kann und ich denke mit diesen Worten, ist das schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. 

Auch wenn die Mode eine Leidenschaft von mir ist, die hier auf dem Blog wohl niemals zu kurz kommen wird, gibt es noch viele andere interessante Themen, die ich ich mit euch teilen möchte, wie zum Beispiel Achtsamkeit, Meditation, positives Denken und wie wir unser Leben viel bewusster und glücklicher leben können.

Ich hoffe. ihr freut euch auf neuen Input in diese Richtung. Falls ihr hierzu bestimmte Artikelwünsche habt, dann schreibt mir gerne eine Mail oder hinterlasst mir ein Kommentar :-). Ich freue mich auf den Austausch mit euch!

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6 Comments

  • Reply
    Lea Samstag
    11. August 2017 at 12:50

    Valerie 🙂
    ein super schöner Artikel!
    Ich kann Dich wirklich verstehen & finde es toll, dass Du so offen bist.
    Social Media hat sich verändert, ist wahnsinnig schnell gewachsen und hat – speziell Instagram – einen sehr „geschönten“ Weg eingeschlagen. Auch ich habe von den „Eifelturmbildern inklusive macaroons“ die Nase voll 😀 ..

    Ich freue mich auf mehr Artikel ❤️

    • Reply
      Valerie
      11. August 2017 at 12:52

      Ohhh vielen lieben Dank für dein Feedback! Das freut mich wirklich riesig <3

  • Reply
    Janine
    11. August 2017 at 14:50

    Deiner Meinung betreffend Instagram stimme ich vollkommen zu. Diese Scheinwelt lässt einen beim Durchscrollen sich so klein und unbedeutend fühlen.. wo sind die lustigen, uninszenierten Urlaubseindrücke?? 🙁
    Es tut mir leid, dass Du eine solch schwere Zeit hattest. Aber Du hast recht, man lernt in solchen Situationen viel über sich – das habe ich vor kurzem auch getan. Es stärkt und dass ist eigentlich nur gut.
    Liebe Grüsse
    Janine von http://www.vivarubia.ch

  • Reply
    Mia
    13. August 2017 at 14:19

    Ach liebe Valerie, ich kann das ja total verstehen. Und ich freue mich schon total auf deine persönlicheren Themen und den neuen Content, den du bald mit uns teilen wirst! Ich glaube, ich würde sehr gerne mehr zum Thema Meditation und Achtsamkeit, aber mit persönlichen Anekdoten und Tipps lesen. Ansonsten liebe ich natürlich deine Mode-Themen, vielleicht auch mehr in Richtung Styling-Tipps?

    • Reply
      Valerie
      13. August 2017 at 14:25

      Vielen Vielen Dank für dein Feedback. Freut mich riesig!! Ich notiere mir das alles ganz fleißig und Styling Guides sind auf jeden Fall auch auf dem Plan 🙂 Danke dir <3

  • Reply
    Maxi
    14. August 2017 at 20:13

    Ein ganz großer Beitrag!! Davor kann man nur den Hut ziehen …
    Und in der Tat hast du Recht, es müssen leider unvorstellbar Schlimme Dinge passieren, um sich wieder auf die wesentlichen Dinge zu besinnen. Das wiederum versteht man leider erst, wenn man etwas derartiges selbst Erfahren hat …
    Weiter so, du bist die Beste!!